Geschichte der Armbanduhr
Bis die Uhr an unser Handgelenk kam vergingen einige Jahrhunderte. Die ersten tragbaren Uhren wurden nachweislich um 1500 gebaut. Man vermutet das es vorher auch schon welche gab, aber es gibt keine Dokumentationen darüber. Mit Erfindung der Zugfeder war es möglich das hängende Pendel durch einen Antrieb und die Unruh zu ersetzen. Die Uhr konnte damit auf handliche Größe verkleinert werden. Zunächst in Form einer Taschenuhr. Zur Wende des 20. Jahrhunderts wurde die Größe des Uhrwerks weiter reduziert. Es kam der Trend bei Frauen auf, die Damentaschenuhr am Handgelenk zu tragen. Die Herren taten die Damenuhren als „weibisch“ ab und nutzten weiterhin die Taschenuhr.
Doch die Taschenuhr erwies sich als unhandlich. Piloten zum Beispiel benötigten eine schnelle und präzise Zeitmessung. Deshalb ließ sich der brasilianische Pilot Santos von dem Uhrmacher Louis Cartier eine „Uhr für Flieger“ bauen. Sie sollte am Handgelenk getragen werden können. Damit war maßgeblich die erste Herrenuhr konstruiert.
Der Durchbruch gelang der Armbanduhr im Ersten Weltkrieg, als die Offiziere feststellten, dass die Taschenuhren sich unter Kampfbedingungen als unpraktisch erwiesen. Sie ließen Armbanduhren in Massen für ihre Soldaten herstellen. Nach Kriegsende war die Armbanduhr im Militär und in der zivilen Gesellschaft zum Standard geworden.
1923 entwickelte John Harwood die erste Automatikuhr, als Armbanduhr mit Pendelschwungmasse. Kurze Zeit später ließ sich die Firma Rolex eine Automatikuhr patentieren, die einen einseitig aufziehbaren Rotor besitzt. Die Automatikuhr bekommt ihre Energie zum Spannen der Feder aus den Armbewegungen des Trägers.
Der erste Prototyp einer digitalen Armbanduhr wurde 1970 von Peter Petroff entworfen. Andere Firmen entwickelten diese Idee weiter bis ein ausgereiftes Produkt entstanden ist. Damen- und Herrenuhren haben eine lange Tradition und setzten sich berechtigterweise gegen die Taschenuhr durch.
