Automatikuhren
Jeder, der sich einmal mit Automatikuhren beschäftigt hat, wird hiervon dauerhaft fasziniert bleiben. Sie stehen für die jahrhundertealte Uhrmacherkunst, für filigrane Mechanik und innovative Erfindungen. Bereits im Jahre 1770 hatte Abraham Louis Perrelet eine Taschenuhr mit Rotor und Wechsler (also beidseitig aufziehend) konstruiert. Hiervon wusste… John Harwood offenbar nichts, als er im Jahre 1923 die erste Automatik-Armbanduhr baute. Später baute Rolex eine Automatikuhr mit einseitig aufziehendem Rotor und meldete diese als Patent an.
Das Besondere an Automatikuhren ist der Aufziehmechanismus. Ihre Feder spannt sich nämlich durch bloßes Bewegen der Uhr. Sie zieht sich also beim Tragen permanent selber auf.
Möglich ist dies durch das Prinzip der Masseträgheit. Ein zumeist kugelgelagerter Rotor bleibt bei Bewegungen des Uhrgehäuses aufgrund der Masseträgheit und der Schwerkraft im Raum stehen. Hierdurch wird ein Drehmoment auf den Aufziehmechanismus ausgeübt, sodass die Feder bidirektional aufgezogen wird.
Die sogenannte Rutschkupplung verhindert, dass sich die Feder überspannt. Im Ergebnis bleibt, wird die Uhr getragen, die Feder konstant aufgezogen, was sich positiv auf die Laufgenauigkeit auswirkt.
Wie jede andere mechanische Uhr, hat auch die Automatikuhr als Schwingkörper eine Unruh. Diese schwingt in der Regel mit einer Schwingungszahl von 28.800 Halbschwingungen in der Stunde.
Bei vielen Modellen ist auf der Rück- oder der Forderseite ein Sichtfenster angebracht, dass den Blick auf die komplexe Mechanik, insbesondere auf den Rotor freigibt.
Natürlich hat die komplexe Mechanik ihren Preis. So werden Automatikuhren, sowohl bei Damen-, als auch bei Herrenuhren, selten unter Tausend Euro angeboten. Findet sich doch ein günstiges Angebot, sollte der Interessierte prüfen, ob es sich um ein Qualitätsuhrwerk oder etwa ein chinesisches Billigprodukt handelt. Nur ersteres wartet mit Ganggenauigkeit und Langlebigkeit auf.
