Hochbegabung verkümmert ohne Förderung

Die Pisa-Studie hat es an den Tag gebraucht. In vielen wissenschaftlichen Bereichen besteht ein Bildungsdefizit, das nicht von schlechten Eltern ist und das, obwohl das Schulsystem in Deutschland als eines der besten und ausgereiftesten gilt – jedenfalls aus deutscher Sicht. Dabei wird oft übersehen, dass durch eine fundierte Hochbegabtenförderung von entsprechend begabten Kindern, die Ergebnisse der Pisa-Studie sicherlich anders ausgesehen hätten. Eine gezielte Unterstützung der betroffenen Kinder sollte schon im Vorschulalter beginnen, damit sie langfristig die gewünschten Erfolge zeigt. Hochbegabtenförderung ist nämlich viel mehr als sporadische Seminare oder Kurse, die man in unregelmäßigen Abständen bucht oder auch nicht. Hochbegabtenförderung hat auch nichts damit zu tun, den Kindern eine Art von Freizeitbeschäftigung zu bieten, obwohl eine professionelle Förderung der Hochbegabung von Kindern nicht als lästige Pflicht empfunden werden sollte. Schule und alles, was mit Lernen zu tun hat, soll den Kindern Spaß machen, die mit einer Hochbegabung gesegnet sind. Andernfalls passiert nämlich das, was ohne eine gezielte und schulbegleitende Hochbegabtenförderung eintritt. Die Kinder werden unkonzentriert und manchmal sogar verhaltensauffällig. Das kommt daher, weil sie sich nicht genügend gefördert und auch nicht ausreichend gefordert fühlen. Kinder, die mit einer Hochbegabung ausgestattet sind, sind von Natur aus wissbegierig und lernwillig. Wird dieser natürliche Drang nicht erfüllt, bleibt nicht nur die Hochbegabung ungenutzt auf der Strecke, sondern es können sich dadurch allerlei ernst zu nehmende Schwierigkeiten einstellen. Normalbegabte Eltern erkennen oft nicht, dass ihr Nachwuchs zum Kreis der hochbegabten Kinder zählt. Nur so lässt es sich erklären, dass nicht allen betroffenen Kindern eine Förderung ihrer Hochbegabung zukommt.


 
 
 

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